Google und Apple waren jahrelang enge Kooperationspartner. Apple freute sich, dass Hauptkonkurrent Microsoft einen neuen Wettbewerber von Format bekam. Und Google sonnte sich mit seinen Diensten im Erfolg von Apple-Produkten wie dem iPhone. Google-CEO Eric Schmidt hatte als Mitglied des Apple-Aufsichtsrats viele Gelegenheiten, seinen Kurs mit Apple-Chef Steve Jobs abzustimmen.
Doch seitdem Google mit dem Handy-Betriebssystem Android direkt gegen Apple und das iPhone angetreten ist, hat sich das einst gute Verhältnis komplett verändert. Das musste auch Schmidt einsehen, der im August 2009 sein Mandat im „Board of Directors“ bei Apple niederlegte. Mit dem Direktverkauf des Smartphones Nexus One heizte Google den Wettbewerb an. Vor Apple-Mitarbeitern sagte Jobs: „Wir sind nicht in das Such-Business eingestiegen. Sie (Google) entern das Telefon- Business. Man muss sich darüber klar sein, dass Google das iPhone killen möchte. Und das werden wir nicht zulassen.“ Das Google-Mantra „Don’t be evil“ (Sei nicht böse) nannte Jobs „ein Haufen Müll“ und „Bullshit“, niemand mehr nehme dem Konzern das ab. Google und Apple seien nun ganz klar Konkurrenten. Die Antwort von Google ließ nicht lange auf sich warten. In einem offiziellen Google- Blog präsentierte Glen Murphy, der Designer des Google-Betriebssystems Chromium, etliche Bilder von einem Google-Tablet. Nach dem Start des ersten iPhones im Jahr 2007 benötigte Google noch zwei Jahre, um ein Konkurrenzprodukt auf den Markt zu bringen. Beim iPad soll es offenbar nicht so lange dauern.

iPad-Konkurrenz Googles Chromium-Tablet
Ohnehin sind schon einige Hardware-Hersteller mit Tablet-PCs unterwegs, die mit Google-Software laufen. Da Chromium erst Ende 2010 zur Verfügung stehen wird, setzen sie derzeit auf das Smartphone-OS Android. Schließlich verwendet Apple für das iPad ja auch eine Variante des iPhone OS.
Auf der CES 2010 präsentierte Dell einen Prototypen des „Mini 5“, der irgendwo zwischen Smartphone und Tablet-PC einzuordnen ist. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kündigte Unternehmensgründer Michael Dell an, der Mini 5 sei in „einigen Monaten“ zu haben. Auch der taiwanische Elektronikhersteller MSI will in der zweiten Jahreshälfte 2010 einen Tablet-PC auf Android-Basis in die Läden bringen. Das Gerät mit einem Zehn-Zoll-Touchscreen soll wie die billigste iPad-Variante 500 Dollar kosten.
Der französische Konzern Archos soll schon im Frühjahr einen Android-Tablet mit einem 7-Zoll-Touchscreen im Programm haben. Das Display des „Archos 7“ hat zwar nur eine Auflösung von 800 x 480 Pixel. Mit einer Webcam ausgestattet und acht Gigabyte Speicher soll das Gerät aber auch nur 199 Euro kosten. Und auch Asus hat angeblich einen Tablet-PC in Arbeit. Das iPad wird es also mit einer ganzen Armee von Androiden zu tun haben.

